facharzt - ZWANGSSTÖRUNGEN
   
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15 ZWANGSSTÖRUNGEN
·         Wiederkehrende und anhaltende Ideen, Gedanken, bildhafte Vorstellungen oder Impulse sowie Handlungen
·         unsinnig und unangenehm, zugleich aber als Teil des eigenen Denkens erlebt
·         Hemmen normalen Denk- und Handlungsablauf sowie die Funktionstüchtigkeit
·         Drängen sich dem Patienten imperativ auf, ohne dass er sich davon befreien kann
·         Wenigstens 2 Wochen an den meisten Tagen (ICD-10)
Zwangsgedanken: Befürchtungen bzgl. Schmutz, Bakterien, Infektionen, TU-Erkrankungen, Verantwortlichkeit für Verletzung oder den Tod anderer...
Zwangshandlungen:endlos wiederholte und sinnlose Aktivitäten als Folge starker subjektiver Handlungsimpulse, die allerdings unter willentlicher Kontrolle stehen (Kontrollieren, Waschen, Säubern, Ordnen, Betrachten, Berühren, Zählen...)
·         Von den häufig auftretenden leichten Ritualen und von Aberglauben in der Kindheit als Teil der normalen Entwicklung abgegrenzt
·         Prävalenzrate bei Jugendlichen 2-4%; B:M=3:2 (Erw. ausgeglichen)
·         Typisch: zw. 7. Und 12. LJ; (Erw. um 20. LJ.), 80% vor dem Alter von 18 Jahren
·         Kinder und Jugendliche eher als Erwachsene entdeckt, verheimlichen Gedanken und Handlungen weniger und beziehen Bezugspersonen häufig ein
·         Eltern müssen kooperieren, anfängliche Widerstand erlischt meist bald, dadurch Verfestigung der Symptomatik, häufig Ablehnung und feindselige Gefühle
·         Keine Zusammenhänge zw. zwanghaften Persönlichkeitsstruktur und Zwangsstörung
·         Auslösende Ereignisse unspezifisch oder fehlen
·         Beginn graduell, mit der Zeit Zunahme; selten vor Adoleszenz
·         Bei Fehler muß Sequenz wiederholt werden
·         Angstreduzierende Funktion!
Psychopathologische Befund:neben charkt. Symptomen häufig Depression (sekundär)
Komorbidität:
·         Ängstlichkeit und gehemmte Introvertiertheit
·         Disruptive Störungen d.h. HKS und dissoziale Störungen
·         Tics, Tourette-Syndrom
·         Anorexia nervosa
Diagnostik:
·         Differenzierte Exploration zur Zwangssymptomatik und Auswirkungen
·         Klinische Interview mit Eltern und Kind
·         Leyton-FB
·         Children’s Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (CY-BOCS)
DD:
·         Geistige Behinderung (Stereotypien, Autostimulation, Automutilation)
·         Autismus (kein ich-fremdes Gefühl des Ausgeliefertseins)
·         Organische Psychosyndrome (nach Enzephalitis, SHT), Epilepsien
·         Schizophrenie (Wahngedanken, Halluzinationen; nicht als sinnlos erlebt)
·         Endogene Depression (Grübelzwänge)
·         Phobien
·         Tics (motorische Tics weniger komplex; Spannungsabbau statt Angstred.)
·         Anorexia nervosa (Symptome nicht als unsinnig erlebt), multiimpulsive Bulimia nervosa (zwanghaft wirkende Stehlen und Substanzmißbrauch erst im Erwachsenenalter)
·         Path. Stehlen, pathologische Brandstiftung(Impulskontrollstörungen)
ÄTIOLOGIE:noch ungenügend geklärt; Genetische Faktoren (Familien- und Zwillingsstudien); Neuroanatomische Befunde(Volumenvergrößerung (Corpus callosum, Thalamus, dritten Ventrikel), Volumenvermind. (Striatum), Asymmetrie Amygdala);Störungen der Neurotransmitter;Körperliche Erkrankungen; PANDAS (Pedriatic Autoimmune Disorder Associated with Streptococcal Infections): Syndrom mit abruptem Beginn von zwangssymptomen im Kindesalter nach Infektion; zusätzlich evtl. Symptome einer HKS; Zwangssymptome dauern 4-8 Monate an, Hyperaktivität über 12-18 Monate; Klärung inwieweit es sich bei den Symptomen um unspezifische Stressreaktionen oder eine Aktivierung des Immunsystems handeltPsychosoziale Faktoren: psychoanalytische und lerntheoretische Konzepte
THERAPIE UND VERLAUF:
·         Essenzielle Maßnahmen: Langfristige Behandlung und Betreuung, Mehrdimensionale Behandlung, Psychoedukation
·         Spezifische Therapien
o   Kognitive Verhaltenstherapie: Exposition sowie Reaktionsverhinderung gegenüber gefürchteten Reizen und Situationen in vivo und in der Vorstellung, Aufzeichnung der Symptome; Eltern passiv durch Aufgabe ihres Mitwirkens bei Ritualen oder aktiv durch verbale oder körperliche Verhinderung der Zwangshandlungen
o   Elterntraining
o   Medikation: SSRI, Clomipramin, Anxiolytika, Antipsychotika (keine systematisch gewonnen Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen; nur bei äußerst schweren Zwangssyndromen sowie bei komorbiden Ticstörungen in Kombination mit SSRI), Erhaltungstherapie: 12-18 Monate
·         Optional:Psychodynamische Therapie,Familientherapie, Selbsthilfegruppe
·         Stationär: ambulantes Setting nicht ausreicht; stützende PT und Elternarbeit
PANDAS: SSRI und Clomipramin (CMI)Behandlung mit Antibiotika und Immunglobulinen umstritten
·         Clomipramin: 3(-5) mg/kg/d; < 250mg/d
·         Fluoxetin: 40-60 mg/d
·         Fluvoxamin: 50-200 mg/d
·         Sertralin: 50-200mg/d
·         Behandlungsdauer bei Wirksamkeit: 10-12 Wochen
·         Ausbleibende Wirkung: Wechsel auf anderen SSRI; Augmentation; Clonazepam, Haloperidol, Risperidon
·         Erhaltungstherapie:12-18 Monate (evtl. mit kogn. VT)
Verlauf:Chronische Verläufe, Phasische Verläufe mit Perioden kompletter Remission, Episodische Verläufe mit inkompletter Remission bei normalen sozialen Funktionen
Persistieren der Zwangsstörung bei ca. 40%
Schlecht:
komorbide psychische Störungen, vor dem 10. LJ., schlechtes initiales Ansprechen auf die Behandlung
Günstig:
leichte/ atypische Symptome, kurze Symptomdauer vor Behandlungsbeginn, gesunde prämorbide Entwicklung;
Häufigste Komplikation: sekundäre DepressionRisiko für Suizid, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Schizophrenie oder dissoziales Verhalten ist nicht erhöht
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