facharzt - SUBSTANZMISSBRAUCH
   
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  ZWANGSSTÖRUNGEN
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  PSYCHISCHE STÖRUNGEN MIT KÖRPERLICHER SYMPTOMATIK
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20 SUBSTANZMISSBRAUCHSSTÖRUNGEN
psychisches Problem mit meist sekundären körperlichen und sozialen Folgen
·         Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
·         Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung)
·         Psychische u meist auch körperl Abhängigkeit von der Wirkung der Droge
·         Schädlichkeit für den einzelnen und/oder die Gesellschaft
20.2 SUBSTANZMISSBRAUCH
psych. und phys. Abhängigkeit von einer Substanz mit zentralnervöser Wirkung
Keine repräsentativen Zahlen bzgl. Häufigk.; harte Drogen: mind. 5% Jugendl.
·         Sedierend: Cannabis, Fliegenpilz, GBH, Heroin, Lachgas, Opium, Opioide
·         Stimulierend: Amphetamine, Kokain
·         Halluzinogen: Cannabis, DMT, DOM, Engelstrompete, LSD, Meskalin, Psilocybin, 2C-B, 2C-T-2, 2C-T-7
·         Dissoziativ: Ketamin, Lachgas, PCP
KLINIK UND DIAGNOSTIK
!!! Wirkungen und Gefahren der einzelnen Drogen!!! Steinhausen
psych. Abhängigkeit: unbezwingbaren Drang, mit der Einnahme der Substanz fortzufahren; (Entzugserscheinungen: Unruhezustände, Angst, Depressive Symptomatik, Suizidgedanken, Drang nach erneuter Drogeneinnahme)
körperliche Abh.: symptomatische Abstinenzerscheinungen beim Entzug/Absetzen (Schmerzzustände in Glieder, Rücken, Bauch, Gelenken, Zittern, Frieren, Schweißausbrüchen, Speichelfluß, Nasenlaufen, Durchfall, erbrechen)
PSYCHOPATHOLOGIE
·         Überdauernde Verhaltens- und Persönlichkeitsänderungen (Enthemmung, Antriebsschwäche, kognitive Veränderungen, Wahrnehmungs- und Denkstörungen, Störungsveränderungen mit Labilität, Depression, Euphorie, Leistungsminderungen, Beziehungs- störungen mit der sozialen Umwelt der Familie, Schule u Peers)
·         Spezifische, direkt durch die Substanz bedingte psychopath Symptome
·         Komorbide psychische Störungen

Symptom/Droge
Opiate,Barbiturate
Amphetam.,Kokain
Alkohol,Benzodiaz.
Cannabis
Miosis
+
.
.
.
Mydriasis
Opiatentzug+
+
.
+
Hypertonie
.
+
.
.
Arrhythmie
.
+
.
.
Hyperthermie
.
+
.
.
Hypothermie
Barbiturate+
.
.
.
Hyperventilation
Opiatentzug+
+
.
.
Tremor
.
+
Entzug+
.
Ataxie
.
+
+
.
Hyperreflexie
.
+
Entzugsyndrome+
.
Hyporeflexie
.
.
+
.
Krampfanfälle
.
+
Entzug+
.
Neurol.Seitendiff.
nein
nein
nein
nein

!!!Klinische Leitsymptome der Intoxikation!!!! Steinhausen
·             Sedierende/ stimulier./ halluzinogene/ entaktogene/ dissoziative Subst
KOMORBIDITÄT (Dualdiagnosen)
·         Störungen des SV
·         HKS
·         Affektive Störungen und/oder Angststörungen
·         Essstörungen (v.a. BN)
·         Hirnstörungen (organ. Psychosyndrome)
ENTWICKLUNG
C2 und Nikotin in einigen Fällen Einstiegsdroge
Haschisch, Stimulanzien, Halluzinogene: Einnahme in der Gruppe
Orientierung an Gleichaltrigen bei Heroinabhängigen bedeutungslos > Kohäsionsverlust m fehlenden Gruppenbeziehungen > Stadium d Desintegration, Süchtigenentgleisung, Kontrollverlust, Beschaffungskriminalität, soz Abstieg, HIV
UNTERSUCHUNG
·         Exploration (Jugendl. u. bedeutsame Bezugspersonen aus soz. Umfeld)
o   Anlass und Motive für Zuweisung
o   Alter bei Beginn, Verlauf, Mengen, Häufigkeit, Art der Substanz
o   Kontext des Substanzgebrauchs (Situation, Ort, Zeit...)
o   Auswirkungen (Befinden, Verhalten, körperl. Symptome, Beziehungen, Schule, Beruf, Familie)
o   Kontrollversuche (eigene Bemühungen; prof. Interventionen)
o   Risikofaktoren
o   Behandlungsmotivation und Ressourcen
·         Körperliche Untersuchung
o   Internistisch-neurologisch
o   Erforderliche Zusatzgiagnostik
·         Labordiagnostik
o   Urin- und Blutproben für Substanznachweis
o   Kontrollierte Abnahme der Proben
o   Qualifizierte Labortechniken für einzelne Substanzen
o   BB und –chemie, HIV-Test, Leberwerte und –diagnostik
o   EEG, cCT, MRT
o   Sonographie von Leber, Pankreas und Magen-Darm-Trakt
ÄTIOLOGIE
o   Biologische Faktoren
o   Genetisch
o   Aktivierung des mesolimbischen Systems
o   Psychologische Faktoren
o   Drogen als prim. Verstärker
o   Psychische Störungen als Antezedentien/Komorbidität
o   Evtl. prädisponierende Persönlichkeitsfaktoren:
§ Nonkonformität, Rebellion, Unabhängigkeit
§ Niedrige Schulleistungen und –motivation
§ Neuropsychologische Defizite
§ Dissoziale Aktivitäten
§ Selbstwertprobleme/ Depressio/Ängstlichkeit
§ Einstellung zu Drogen
o   Motive für die Einnahme: Beruhigung/Anregung/Berauschung
o   Soziale Faktoren
o   Gebrauch/Billigung von Drogen durch Eltern und Freunde
o   Psychische Störungen der Eltern/familiäre Konflikte
o   Beziehungsstörungen/Defizite der sozialen Bindung
o   Sozialer Kontext: Gestze und Normen, Verfügbarkeit von Drogen, sozioökonomische Bedingungen
Risikogruppen für die Entwicklung von Substanzmissbrauchsstörungen:
o   Kinder drogenabhängiger Eltern
o   Dissoziale Jugendliche
o   Jugendliche mit psychischen Störungen
o   Misshandelte/vernachlässigte Kinder und Jugendliche
o   Kinder und Jugendliche mit traumatisierenden Erfahrungen
o   Ökonomisch benachteiligte Kinder und Jugendliche
o   Schulverweigerer
o   Jugendliche mit spezifischen Lernstörungen
THERAPIE UND VERLAUF
·         Integriertes Versorgungssystem für kurzfristige stationäre und langfristige ambulante Therapiemaßnahmen
·         Stationäre TH: Notfälle, Entgiftung, Entwöhnung; medizinische Überwachung!
·         Ambulant: Teile der Beratung, längerfristige Rehabilitation
·         Psychosen bei Drogenkonsumenten: UBB
·         Sozialhilfe: Wohn-/ Schlafplätze, AMS, Hygiene- u Sexualberatung
·         Spezialeinrichtungen: Drogenberatungsstellen, therapeutische WGs, Kliniken...
·         Medikation:
o   Entzug u Entgiftung: Tranquilizer (z.B. Diazepam), Neuroleptika
o   Erhaltungsprogramme mit Methadon kontrovers diskutiert
o   Opiatantagonisten (blockieren Morphinrezeptoren) zur Therapieeinleitung u. –unterstützung
o   Behandlung komorbider Störungen
·         Familientherapeutische Ansätze: Einschluss von Familie, Gleichaltrigen, Lehrern, Nachbarn, Repräsentanten der Strafverfolgung
·         Psychodyn. TH.: hohe Abbruchquoten
·         kVT: Reizkontrolle, Entwicklung von Alternativverhalten, Kontingenz-management, Modellierung, kognitive Umstrukturierung,SOKO
·         stützende PT:klientenzentriete Gesprächstherapie, Gestalttherapie
·         Psychodrama: Gruppe
·         Soziotherapie: Beschäftigungs- und Ergotherapie, Sozialarbeit
·         Selbsthilfegruppen
·         Elterngruppen
VERLAUFSFORMEN
1.      Herauswachsen aus der Abhängigkeit
2.      Umstieg auf andere Suchtmittel (inkl. Stoffungebundene Süchte)
3.      Tod im Rahmen der Abhängigkeit
Stationäre Abstinenztherapie beste Chance für Verhaltensänderungen;
Freiheitsstrafen höchsten Mortalitätsrate
Prognostisch ungünstig: Psychische Auffälligkeiten im Vorfeld (speziell früh einsetzende dissoziale Störungen)
Günstig: stabile Beziehung zu gesundem Partner, befriedigende Arbeit
 
20.3 JUGENDALKOHOLISMUS
Alkoholmissbrauch: tägl. Alkoholkonsum zur Aufrechterhaltung von Anpassungsbelastungen, Abhängigkeit, mit dem Trinken aufzuhören, alkoholbedingte Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Umfeld (Intoxikationen, Fehlen am Arbeitsplatz, Streit in Familie)
Alkoholabhängigkeit: Missbrauch zusätzlich Toleranzentwicklung und Entzugserscheinungen, erwünschte Effekte nur durch Dosissteigerung
·         Alpha-Typ: in Konfliktsituationen zur Erleichterung, Zeichen einer beginnenden psychischen Abhängigkeit, jedoch kein Kontrollverlust
·         Beta-Typ: periodisch bei besonderen Gelegenheiten übermäßige Mengen, psychische oder körperliche Abhängigkeit fehlt
·         Gamma-Typ: deutliche Zeichen einer psychischen Abhängigkeit mit Kontrollverlust und später auch einer körperlichen Abhängigkeit
·         Delta-Typ:Gewohnheitstrinker, bestimmter Alkoholspiegel ohne Rausch und Exzesse bei starker körperlicher Abhängigkeit und wenigen psychologischen Auffälligkeiten, Abstinenz nicht mehr möglich
·         Epsilon-Typ:sporadische Trinker mit episodischem Kontrollverlust
Jugendalkoholismus:
·         Primäre Rauschtrinker (Alpha-Typ): Prototyp des jugendl. Alkoholikers, rauschhaftes Erleben bei primär auffälligen Jugendlichen (Angst, Unsicherheitsgefühle, depress Verstimmungen, Kontaktstörung)
·         Problemtrinker
·         Beginnende Gewohnheitstrinker (Delta-Typ): Einfluss von Umgebung und sozialen Trinkgewohnheiten
·         Von ursprünglichem Drogenmissbrauch auf Alkohol umgestiegene Jugendliche (Beschaffungsprobleme, Strafängste, negative Drogen-erfahrungen, kritische Distanz zu Drogen)
·         Komatrinker= Kombination aus Alpha- und Delta-Typ
Unter den 2-3% Alkoholkranken in der Bevölkerung: 20%Frauen, 1 Jugendlicher
Mädchen nur ein Fünftel der jugendlichen Alkoholiker;
unter Jugendlichen Prävalenzraten von 2-3%
KLINIK UND DIAGNOSTIK
·         Rausch: Euphorisierung, Enthemmung, Antriebssteigerung, Kritiklosigkeit, verzögerte Reaktionsfähigkeit, Lallen...
·         Abnormer Rauschzustand: Erregungszustände, aggressive Gereiztheit, paranoide Ideen, hysterische Verhaltensweisen, Suizidimpulse...
·         Pathologische Rausch:delirante/dämmrige Bewusstseinsstörung, Verlust des Realitätsbezugs
·         Chronischer Alkoholismus: Reizbarkeit, Stimmungslabilität, Leistungsfähigkeit (Merkfähigkeit, Gedächtnis), soziale/berufliche Desintegration;
·         Chron. Organ. Psychosyndrome: Jugendalter noch nicht;
·         Körperliche Symptome: Herz-Kreislaufstörungen, Gastritiden, Leberaffektionen, neurologische Symptome (Polyneuropathie, Sensibilitätsstörungen, Tremor, Ataxie, Reflexausfälle)
Diagnostik:
·         Ausführliche Exploration und Anamnese
·         Screening-Interview für Störungen durch Alkoholgebrauch (AUDIT)
·         Grad der Abhängigkeit
·         sekundären Schäden: internist-neurolog. Untersuchung, Labor, etc.
·         Missbrauch anderer Substanzen
·         Komorbiditäten (dissoziales Verhalten, Traumata, Suizidalität)
Körperliche Gefahren der akuten Vergiftung: Atemlähmung, Störung von Herz-Kreislauf, Gleichgewicht, Sinnes- und Sprechvermögen
Körperliche Gefahren des Langzeitgebrauchs: Schädigung von Nerven, Magen, Leber und Herz
Psychische Folgen der akuten Vergiftung: Kritik und Urteilsschwäche, Selbstüberschätzung, Wahrnehmungsverlangsamung und –störung, Einschränkung des Blickfeldes, Verlust von Hemmungen, Gewalttätigkeit oder Depression
Psychische Folgen des Langzeitgebrauchs: Wesensveränderung, Demenz, Delirium tremens, Halluzinose, Eifersuchtswahn
ÄTIOLOGIE
·         Genetische Faktoren(Männer 4-5x häufiger betroffen, Zwillings-, Adoptionsstudien, Polymorphismen Alkoholstoffwechsel, Vulnerabilität: neuropsychologische/psychiatrische Defizite Hyperaktivität, perzeptiv-motorische Funktionen, Gedächtnis, sprachl. Fkt.)
·         Persönlichkeitsfaktoren(Persönlichkeitskorrelate: Ich-Schwäche, niedrige Frustrationstoleranz, Impulsivität, Abhängigkeit, Depression, Dissozialiätät; versch. Motive: Krisen, Dazugehörigkeit, Lösung von Hemmung und Angst, Identitätssuche)
·         Soziokulturelle Faktoren(Geschlecht, kulturelle Bewertung, Alter, Beruf, Sozial-schicht, Religion, soziale Akzeptanz, Werbung, Verfügbarkeit, Modellwirkung...)
THERAPIE UND VERLAUF
Häufig fehlende Therapiemotivation; Beratung der Bezugspersonen;
Alkoholmissbrauch: primäre Prävention durch Information u Beratung
Alkoholabhängigkeit: integriertes, polyprofessionelles Versorgungskonzept mit kurz- und langfristigen Rehabilitationsmaßnahmen
·         Kontaktphase: Diagnostik (psych., organpatholog., Lebensumstände, Motivation)
·         Entgiftungsphase:stationär, internistisch- neurologische Kontrollen, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Zittern >Clomethiazol (Distraneurin), Tage bis Wochen
·         Entwöhnungsphase:dauerhafte Abstinenz, sozio- upsychoth. Maßnahmen, Persönlichkeitsstabilisierung, spezielle Kliniken, WGs...
·         Nachsorgephase: lebenslange Rückfallgefährdung; Selbsthilfegruppen...
VERLAUF UND PROGNOSE
·         Prodromalphase: heimliches Trinken und Räusche, psych. Abhängigkeit
·         Kritische Phase: Kontrollverlust, soz. Abstieg, pers. Vernachlässigung
·         Chronische Phase: Abhängigkeit, Organveränderungen, Persönlichkeitsabbau, psychopathologische Symptome
50% dauerhaft rehabilitiert; reduz.Lebenserw. (10-20% Suizid); Gewalt, Verkehrsdelikte, Kriminalität
·         Primärprävention: Begrenzung der Verfügbarkeit, Information, Veränderung der gesellschaftlichen Bewertung
·         Sekundärprävention: Früherkennung und –behandlung
·         Tertiärprävention: Behandlung der Folgen
20.4 MISSBRAUCH VON CANNABIS UND NIKOTIN
beide: beruhigend und emotional ausgleichend;
Cannabis: euphorisierend, teils durch Angst unterlegt
Nikotin: antriebssteigernd, leistungsverbessernd;
10% der einmal genommen und 1/3 der tägl. Konsumierenden: keine Kontrolle
internationale Prävalenzraten Cannabis: 1-3%
Nikotinabhängigkeitsstörungen epidemiologisch ungenügend erfasst
KLINIK UND DIAGNOSTIK
CANNABIS
Tägl. Gebrauch/Abhängigkeit: suchtbedingte Persönlichkeitsveränderungen, erhöhte Raten von Depression, Suizidalität, schizophrene Psychosen (selten); fehlangepasster Lösungsversuch für Probleme kann Übergang auf den Konsum anderer Substanzen fördern; schlechtere neurokognitive Leistungen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, visomotorische Leistungen); kann schizophrene Psychosen bei vulnerablen Individuen auslösen;
Diagnostik: Labortests von Urin bzw. Serum; auf weiter Substanzen analysieren
NIKOTIN
Psych. u körperliches Abhängigkeitspotenzial; Entzugssymptome (nervöse Unruhe, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Hungergefühle, depressive Verstimmungen) häufig in Verbindung mit regelmässigem Alkoholkonsum, externalisierende Verhaltensauffälligkeiten und erhöhten Belastungen, depressive Störungen;
Diagnostik: Beziehungen zu anderen Substanzen, speziell Alkohol, Komorbidität, erfolglose Entwöhnungsversuche
ÄTIOLOGIE
multikausal (kulturelle Faktoren!);Cannabis > Jugendkultur > hedonistischen Lebensgefühl
Nikotin: legal; massive wirtschaftliche Interessen der produzierenden Industrie
THERAPIE UND VERLAUF
meist geringe Motivation zur Therapie;
Programme zur Entwöhnung bei spezifischer Motivation und Leidensdruck;
Verlauf:
Cannabis: keine schweren Wesensveränderungen, kein amotivationales Syndrom- jedoch Reduktion von Interessen, Motivation und Leistungsfähigkeit; keine strukturellen Hirnschädigungen- evtl. Hirnfunktion durch Rezeptorschädigungen beeinträchtigt;
Nikotin: bedrohliche Langzeiteffekte durch erhöhtes Krebsrisiko
 
20.5 MISSBRAUCH VON DESIGNERDROGEN
entaktogen wirkende Substanzen (verstärkter Sinnesempfindung, Empathie, Introspektion, intensivierten Beziehungsfähigkeit)
maßgeschneiderte Drogen d pharmazeutischen Forschung mit einem beabsichtigten spezifischen therapeutischen Effekt; Derivate psychoaktiver Substanzen durch leichte Veränderung der Molekularstruktur;
Anästhetika – Fentanyl-Analoga- Opiate:
PCP (Angel-Dust), Ketamin, Crack (mit H2O und Backpulver gestrecktes Kokain)
Amphetaminderivat: 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA)= Ecstasy
Häufigkeit: wenig repräsentative Zahlen
KLINIK UND DIAGNOSTIK
geringes Abhängigkeitspotential; !!!gefährliche NW bei Dosis über 1-2mg/kg, chem. Verunreinigung, Kombination mit anderen illegalen Substanzen, körperliche Verausgabung
Kurzfristige NW: Schwitzen, Müdigkeit, Muskelkrämpfe
Lebensgefährliche Komplikationen: Überhitzung, Flüssigkeitsverlust, Elektrolytverlust, Störungen der Systeme von ZNS, Herz-Kreislauf, Muskeln, Nieren und Leber; fulminate Verläufe mit tödlichem Zusammenbruch
MDMA= selektiv-serotonergesNeurotoxin>Nachwirkungen:Erschöpfung, Appetitmangel, Schlafstörungen, Panikattacken, paranoide Psychosen, Depressio
Dualdiagnosen: Störung des SV, HKS, Anpassungsstörungen, Depressionen
Diagnostik: Labortest > ungenügend sensitiv; Nachweis erst bei hohen Dosen
ÄTIOLOGIE
Jugendkultur > Technopartys, ungenügend Aufklärung/ Warnung vor Gefahren,
vollständige Entleerung des Depots von Serotonin> schwere Depression und weitere psychische Symptome
THERAPIE UND VERLAUF
Intoxikation> akut intensivmedizinische Maßnahmen:
Rehydrierung, Abkühlung der Kerntemperatur, Ausgleich des gestörten Elektrolythaushalts; bei Angst- und Panikattacken, Agitiertheit: Benzodiazepine
Behandlung: Experten für Substanzmissbrauchsstörungen mit Jugendpsychiatern;
Verlauf: Zunahme von Todesfällen; Auslösung von psychischen Störungen; bis zu 2 Jahre nach Ende der Einnahme: Störungen von Schlaf, Stimmung und Angst, erhöhte Impulsivität
 
20.6 SCHNÜFFELSUCHT (INHALANZIENMISSBRAUCH)
lösungsmittelhaltige Industrie- und Haushaltsprodukte (Klebstoffverdünner, Farb-, Lack-, u Nitroverd., Nagellack/ -entferner, Fleckentferner, Schnell-reinigungslösungsmittel, Sprays, Aerosole, Gase, Benzin, Alkohol, Ether, Aceton, Benzin, Chloroform, Lachgas, Tetrachlorkohlenstoff, Toluol, Trichlorethylen)
frei zugänglich, legal erwerblich; Aufklärung und Information > aufgrund sensationeller Darstellungen in den Medien eher stimulierend
Häufigkeit: nicht hinreichend erfasst; B:M=10:1
KLINIK UND DIAGNOSTIK
anfangs: Euphorisierung; mit Zunahme der Intoxikation: illusionäre Verkennungen, veränderte Farbwahrnehmung, akustische Sinneswahrnehmungen, halluzinatorische Erlebnisse; Gang-, Stand- und Bewegungsataxie, psychomotor. Verlangsamung, Sprachstörungen, Nystagmen,Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, affektive Störungen mit Enthemmung, Somnolenz; Phase der Intoxikation: Amnesie;
Hinweise: Lösungsmittelgeruch in Atemluft (fehlen bei Gasen), Reizungen von Rachen und Konjunktiven, Hautirritation um Mund und Nase;
Komplikationen:
Akut: Verletzungen, Unfälle, SVV, Verbrennungen nach Explosionen, akute Atemstörungen durch Aspiration von Erbrochenem, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, zerebrale Krampfanfälle
Chronisch:Schädigung von Hirn, RM, peripheren Nerven, schwere toxische Enzephalopathien mit hirnorganischen Wesensveränderungen, Pyramidenbahnzeichen, Ataxien, Sprachstörungen, Nystagmen, Neuromyelopathien, Polyneuropathien, Schädigung von Leber, Niere, blutbildenden Organen
Entwicklung:Probierer, Gruppenschnüffler, chronische Einzelschnüffler;
typische Umsteigedroge > Alkohol, Opiate;Toleranzerwerb > höhere Konzentrationen über viele Stunden Inhalation
Komorbide Störungen: Depressionen, Störungen d. SV
ÄTIOLOGIE: schwer gestörte Familien/Fehlen, Gruppenkultur, freie Verfügbarkeit
THERAPIE UND VERLAUF
rehabilitative Bemühungen durch Ärzte, Pädagogen und psychologische Therapeuten;
ärztliches Handeln: organ- und psychopathologische Diagnostik; Folgeschäden irreversibel;
Prognose: ungünstig und besorgniserregend;
 
20.7 KINDER DROGENABHÄNGIGER ELTERN
·         Genetisch:durch das gemeinsame Erbgut
·         Teratogenetisch:aufgrund der intrauterinen Exposition
·         Peristatisch:durch das Zusammenleben mit suchtkranken Eltern
Elterliche Risikofaktoren:
Abzug der Ressourcen, Kriminalität, psychische Störungen, Beziehungsbelastungen, körperl. Krankheiten, geringe Erziehungskompetenz, Nebenwirkungen der Drogen, Gewalt in der Familie
Kindliche Risikofaktoren:
Frühgeburt, frühe Trennung > Bindungsstörung, Entzugssyndrom > Beziehungsbelastung > Bindungsstörung, Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsverzögerungen
Fetale Alkoholsyndrom, Cannabis, Nikotin, Kokain, Heroin
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