facharzt - MOODSTABILIZER
   
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MOODSTABILIZER:
·        LITHIUMSALZE
·        ANTIKONVULSIVA


o    Carbamazepin
o    Valproinsäure (Valproat)
o    Clonazepam
o    Gabapentin
o    Lamotrigin
o    Oxacarbazepin
o    Topiramat


·        L-TRYPTOPHAN
LITHIUM:
·         Lithiumacetat (Quilonorm)
·         Lithiumcarboat (Quilonorm ret., Neurolepsin)
Indikation:
·         ab 12 Jahren: Prophylaxe Bipol. Strg., endogene Depression, (hypo)mane Zustände, akute Depression (Therapieresistenz), Clusterkopfschmerz (Bing-Horton.Syndrom)
·         weitere: bipolare Strg. + komorbider Substanzmißbrauch bei Jugendl.; Verhaltensstörungen, chron. Aggressivität, antisoziales Verhalten, Impulsivität bei frühkindlichen Entwicklungsstrg.; affekt. Strg. Im Rahmen psychotischer Episoden, Migräne, senkt möglicherweise Suizidraten bei Patienten mit bipol. Strg.
Allgemein:
·         K + J laut offenen Studien profitieren bei Manie;
·         Am besten bei klassischer Manie; antimanische Wirkung häufig erst nach 10-14 d;
·         Akute manische Zustände zunächst mit Antipsychotikum oder Clonazepam;
Pharmakodynamik:
·         Exakte Mechanismus unbekannt; stabilisieren Katecholamin rezeptoren, verändern kalziummodulierte intrazelluläre Fkt., erhöhen GABA-Aktivität?
·         Langfristige Gabe: Erhöhung von N-Acetylaspartatspiegeln = neuroprotektiv
·         Wirksame LithiumTH erfordert Plasmaspiegel nahe am toxischen Bereich
Dosierung:
·         Gelegentlich empfohlen: Testdosis von 300 mg
·         Nach Plasmaspiegel; langsame Titrierung; NW auf Minimum reduzieren
·         < 25 kg: 600 mg/d; 25-39 kg: 900 mg/d; 40-50 kg: 1200 mg/d; > 50 kg: 1500 mg
·         Zieldosis nach Plasmaspiegel und Klinik
·         Akutbehandlung: 0,8-1,2 mmol/l; Erhaltungsdosis: 0,6-1,0 mmol/l
·         Bei Strg. Mit chron. Aggressiven Verhaltensweisen: 0,8-1,55 mmol/l
·         Absetzen innerhalb von 18 Monaten > häufig Rückfälle
Pharmakokinetik:
·         Max. Plasmaspiegel nach 0,5-2 h (retard 4 h); HWZ: 17,9 h
·         95% über Nieren ausgeschieden; Nieren-Clearence krreliert eng mit KG;
·         Erste Spiegelbest. nach 5 d; SpiegelKO 2x/w; 2.-4. w: 1x/w; dann halbjährlich
NW:
·         ZNS: Schwäche, Müdigkeit, Unruhe, Schwindel, Abstumpfung, Strg. Mnestischer Fkt., Verwirrtheit, Antriebsarmut, verwaschene Sprache, Ataxie, Koordinationsstörungen, feinschlägiger Tremor, (grobschlägiger Tremor evtl. Intoxikation); Zahnradphänomen, Choreoathetose; Langzeitbeh.: PNSbeeinträchtigungen, zerebr. Krampfanfälle, Cephalea, Erhöhung des intracran. Drucks, Stauungspapille, Schlafwandeln
·         GI: Übelkeit, abd. Schmerzen, Erbrechen, Durchfall, metallischer Geschmack, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme
·         Cor: Bradykardie, EKG: benigne T-Wellenveränderungen, Rhythmusstör. (Li + Carbamazepin)
·         Niere: Enuresis, Polyurie, Polydipsie, chron. Fokale interstitielle Nephritis, interstit. Fibrose, tubuläre Atrophie, Glomerulosklerose, distale Tubulusdilatation, makrozyst. Formationen, nephrotisches Syndrom (Proteinurie, Ödeme, Hypoalbuminämie)
·         Derma: trocken, Hautausschlag, Juckreiz, Psoriasis, Akne; trockenes Haar, Haarausfall
·         Endokrin: unregelmäßiger Zyklus; Hypothyreose (TSH-Spigel; L-Thyroxin); Struma
·         Verschwommensehen, Abnahme retinale Lichtempfindlichkeit, sexuelle Dysfkt.; Ödeme (Na-KO); Anämie, Leukozytose, Leukopenie, Albominurie, Thrombozytopenie, aplastische Anämie, Agranulozytose
Absetzen:     Selten: Angst, emotionale Instabilität; abrupt > Rückfallrisiko, meist n. 3-5 m
Vorsichtsmaßnahmen:
·         Gute Nierenfkt.; Salz- und Flüssigkeitszufuhr; starker Na-Verlust (Erbrechen...) erhöhte Li-retention u. evtl. tox. Konz.; starkes Schwitzen: ern. Li-Spiegel und Wirkungsverlust
·         Dehydrierung vermeiden
KI:      Na-Mangel; Nieren-, jHerz/Kreislauferkr.; Kachexie; Hirnschäd.; schwere geist. Beh.;
Überdosierung:
·         Leicht: Li > 1,5-2 mmol; entwickelt sich langsam über mehrere Tage; Ataxie, grob-schlägiger Tremor, Verwirrtheit, Diarrhoe, Benommenheit, Faszikulationen, verwaschene Sprache; Li absetzen, KO d. Nierenfkt., anch 1-2 d Li in geringer Dosis
·         Mittelgradig-schwer: Li > 2 mmol; Koma, Hyperreflexie, Muskeltremor, Streckkrämpfe, Arrhyhmie, Hyper-/Hypotonie,EKG-Veränderungen, peripheres Kreislaufversagen, epilept. Anfälle, akute tubuläre Nekrose (Nierenversagen); evtl. katatoner Stupor, Todesfälle; Li > 4 mmol = Prognose schlecht
·         Handhabung: Flüssigkeit und Elektrolytbalancierung, langsame Na-Substitution, forcierte Diurese, Peritonealdialyse, Hämodialyse; i.v.: Harnstoff, Nabicarbonat, Acetazolamid, Aminophyllin; zerebr. Krampfanfälle: kurzwirksame Barbiturate;
Schwangerschaft/Stillzeit:
·         Vermeiden (v.a. 1. Trimenon); Li vor Geburt: Intoxikation d. NG, Struma, Floppy-i-S.;
·         kein Stillen; Hypotonie, Zyanose, Lethargie, Hypothermie, Herzgeräusche, EKG-Veränd.
Kontrolluntersuchungen:


1.      Serumelyte
2.      Hb, Hkt, Leukos, DiffBB, Senkung
3.      TSH-basal (T4)
4.      Harnstoff-N, Kreatinin
5.      Ca, Parathormon
6.      EKG


2 + 3 alle 6 Monate; 4 alle 6-12 Monate; 5 alle 2 Jahre; 6 alle 5 Jahre;
rapid-cycling manchmal bei Li-induzierten Hypothyreose, SchilddrüsenparameterKO
Wechselwirkungen:
·         Antihistaminika: Kombi vermeiden!!! (QT-Verlängerung)
·         Antikonvulsiva: erhöhte Neurotoxizität
·         Neuroleptika: Neurotoxizität, EPS (Haldol); Agranulozytose (Clozapin)
·         Benzos: sex. Dysfkt. (Clonazepam)
·         Kochsalz: erhöhte Aufnahme: verminderte Plasmaspiegel und umgekehrt;
·         Koffein: erhöhte ren. Ausscheidung von Li; kann Li-induzierten Tremor verstärken
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